Nach dem Krieg

1945, stellte die Gemeinde eine schlagkräftigeres Löschgruppenfahrzeug LF 16 der Wehr zur Verfügung.

1946 übernahm wieder Johann Lücken, aus dem Krieg zurück, die Wehr.

 Die längste Zeit als Brandmeister verzeichnet ab 1948 Helmut Hencken: 25 Jahre blieb er in diesem Amt. Unter seiner Leitung wurde im Jahre 1951 das 50jährige Jubiläum ganz groß gefeiert. Die Nordsee - Zeitung berichtete unter der Überschrift "Sellstedt - feuerwehrfreundliche Gemeinde". Unter anderem heißt es dort: Das goldene Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr wurde in großem Stile zwei Tage lang gefeiert. Organisiert wurde es von Unterkreisbrandmeister Greyer und Brandmeister Hencken. Während des Bestehens, so hob Greyer hervor, habe die Wehr rund 60 Brände bekämpft und unzählige Moorbrände gelöscht. Weiter führte er an, daß Sellstedt eine feuerwehrfreundliche Gemeinde sei und seit 1938 eine vorbildliche motorisierte Wehr sowie alle anderen technischen Vorteile, wie zum Beispiel eine moderne Alko-Düse, die zur Innenbrandbekämpfung geeignet sei, besäße. Damals bekannte Kräfte aus dem Stadttheater Bremerhaven, wie H. Weilmann, Hanna Hoffmann und Bobby Heyse, gaben der dreistündigen Feierstunde ihr Gepräge. Die Jagdinteressenten hatten zu diesem Anlaß eine Jahresjagdpacht zur Verfügung gestellt, damit "Geräte und Mannschaft an diesem Tage in bester Ordnung sind".

 Die Protokolle wissen aber auch noch zu berichten, daß in diesen Jahren auch manche Kleinigkeiten zu bereinigen sind. So heißt es zum Beispiel im Jahre 1953: Walter Voigts beantragte, die Signalhörner mit Riemen anstatt mit Sackbändern auszurüsten. Wen wundert es da noch, daß diesem Antrag einstimmig stattgegeben wurde.

Sechs Jahre später, 1959, wurde der jetzt noch in Betrieb befindliche Löschwagen mit der LF 8 angeschafft. Ein schlimmes Jahr wurde für Helmut Hencken und seinen Feuerwehrmännern das Jahr 1960. Damals ging in Sellstedt ein Feuerteufel um. Die Scheunen von Karl Hencken, Hinrich Greyer und Karl v. Glahn wurden ein Raub der Flammen. Die Wehrmänner konnten in allen Fällen ein Übergreifen des Feuers auf andere Gebäude verhindern. Außerdem waren in diesem Jahr mehrere Versuche der Brandstiftung und etliche Strohschober ein Werk des Brandstifters, der übrigens erst ein Jahr davor in die Feuerwehr eingetreten war. Bis zur Ermittlung des Täters patrouillierten die Feuerwehrmänner abends und nachts abwechselnd in den Straßen, wo alte Gebäude standen. 1962 kam die TS 8 hinzu, die jetzt ebenfalls noch voll eingesetzt wird. Ende 1973 schied Helmut Hencken als Brandmeister nach 25 Jahren aus und Werner Hencken übernimmt die Geschicke der Freiwilligen Feuerwehr. In dem 1959 angeschafften Opel ist in diesem Jahr ein Funkgerät installiert worden, was bei Großeinsätzen von großem Nutzen sein wird. Im nächsten Jahr soll von der Gemeinde Schiffdorf ein neues modernes Löschfahrzeug für Sellstedt zur Verfügung gestellt werden.